Lied der Weite

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Der neue Roman von Kent Haruf "Lied der Weite" ist im Januar in Deutschland erschienen und es scheint, als würde dieser Titel den Erfolg von "Unsere Seelen bei Nacht"wiederholen.
Das "Lied der Weite" spielt wiederum in der fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado. Haruf beschreibt ein Amerika, das es so heute nicht mehr gibt. Bei ihm quietschen die Hollywoodschaukeln auf der Veranda, es werden Ausritte in staubige und einsame Landschaften gemacht. Die rauen Sitten und die coolen Jungen mit zarter Seele dagegen gibt es vielleicht auch noch in der heutigen Welt.
Victoria ist 17 und schwanger. Von ihrer Mutter wird sie vor die Tür gesetzt und nur durch die Vermittlung ihrer Lehrerin findet sie eine Unterkunft bei zwei alten unverheirateten Farmern. Durch diesen gütigen Akt beginnt sich deren Leben allmählich zu verändern, sie mögen dieses junge Mädchen, nehmen Anteil an ihrem Leben, sorgen sich um sie. Auch über die anderen Bewohner Holts erfahren wir Leser einiges. Deutlich wird, dass es nicht immer die Familie ist, die alles zusammen hält, es kann auch Hilfe, Geborgenheit und Wärme von aussen kommen.
Haruf kann vorzüglich erzählen, weniger über das Seelenleben seiner Figuren, als über Ereignisse, die einfach geschehen. Ein wunderbarer Roman zum Abtauchen in eine ganz andere Welt, wir lesen über Aufrichtigkeit, Anstand, Freundschaft und Menschlichkeit, bei aller Melancholie, die über der Geschichte liegt, doch sehr erwärmend für die Leseseele.

Bibliographische Angaben
Buchtitel: 
Lied der Weite
Buchautor: 
Kent Haruf
Preis: 
24,00 €
Verlag: 
Diogenes
Seitenumfang: 
384 Seiten
Einband: 
Hardcover