Ikarien

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Die besten und eindringlichsten Romane von Uwe Timm sind die, die mit dem Krieg oder der Nachkriegszeit zu tun haben. "Am Beispiel meines Bruders" oder"Die Entdeckung der Currywurst". In seinem neuen Roman "Ikarien" beschreibt Timm eindringlich, grausam und lustvoll Deutschland aus der Sicht eines amrikanischen Leutnants in den ersten Tagen nach der Kapitulation. Lustvoll, weil Michael Hansen, der Ich Erzähler Stationen der Liebe kennenlernt, grausam, weil dieser Leutnant, dessen Eltern aus Deutschland nach Amerika gingen bevor Hitler an die Macht kam, einen Weggefährten von Alfred Ploetz zum Thema Eugenik befragen soll. Eindringlich ist es, weil die Beschreibungen des zerstörten Deutschlands unter die Haut gehen. Und als wäre das nicht schon Stoff genug, erfahren wir von dem Freund und Weggefährten von Ploetz, einem engagierten Sozialisten namens Wagner noch allerhand über den utopistischen Versuch Cabets ein Idealstaat zu errichten; Ikarien.
Trotz der Themenvielfalt liest sich der Roman spannend und flüssig. Die Gespräche, die Hansen mit Wagner führt sind anspruchsvoll und verlangen volle Aufmerksamkeit des Lesers/in. Gleichsam mit dem Fragesteller Hansen entspannen wir uns dann bei der Fahrt durchs Blaue und verfolgen gespannt die Beobachtungen der Amerikaner und das Verhalten der Deutschen. Unbedingt empfehlenswert!!(pr)

Bibliographische Angaben
Buchtitel: 
Ikarien
Buchautor: 
Uwe Timm
Preis: 
24,00 €
Verlag: 
Kiepenheuer & Witsch
Seitenumfang: 
512 Seiten
Einband: 
Hardcover