An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts

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Ein ungewöhnlicher Titel für einen ungewöhnlichen Roman. Der Beginn grandios; nachts auf einer eisglatten Autobahn, 80 km vor Berlin, ist ein Tanklaster liegen geblieben, daraus folgt ein ewig langer Stau. Feuerwehr, Blaulicht, die Menschen frieren in den Autos und plötzlich ein Wolf, nur kurz, dann ist er wieder in der Dunkelheit verschwunden
Der Weg des Wolfes rund um Berlin, kreuzt sich immer wieder mit verschiedenen Figuren. Zwei Jugendliche sind von zu Hause ausgerissen und wollen nach Berlin, ein polnischer Bauarbeiter kommt von einem Job auswärts, will zurück nach Berlin und zu seiner Freundin. Ein altes Ehepaar harrt in seiner Wohnung aus, ohne Wasser ohne Heizung, ein Kiosk Besitzer will den Wolf unbedingt fotografieren.
Der Roman ist "Kopfkino", wir sehen die Figuren und Bilder wie in einem schwarzweiß Film an unserem inneren Auge vorbeiziehen. Die Bilder und Figuren erzählen vom Suchen und Verlorensein, von Kälte und Sehnsucht.
"Ein Roman von großer visueller Kraft, dessen Poesie und Schönheit man sich nicht entziehen kann." So die Werbung des S. Fischer Verlags. Nicht zu Unrecht finde ich. Ganz anders sieht das Richard Kämmerlings von "Der Welt". Er fragt sich warum dieser Roman es auf die Shortlist des Leipziger Buchpreises geschafft hat. Ich habe ihn mit Begeisterung gelesen. Jetzt sind Sie dran. (p.r.)

Bibliographische Angaben
Buchtitel: 
An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Buchautor: 
Roland Schimmelpfennig
Preis: 
19,99 €
Verlag: 
S. Fischer
Seitenumfang: 
256 Seiten
Einband: 
Hardcover